Das Projekt „Schafe unter Strom“ geht in die Umsetzung

Mulcharbeiten für neue Schafweide

Update April 2021             

Ein Netzwerk an neuen Weideflächen für Schafe, um den Biotopverbund zu stärken – das hat sich der Landschaftspflegeverband Westsachsen zum Ziel gesetzt und im letzten Jahr das Projekt „Schafe unter Strom“ ins Leben gerufen. Welche Schritte eingeleitet wurden, um dem großen Ziel näher zu kommen, erfahren Sie im folgenden Zwischenbericht.

Abb. 1: Schäfer mit Schafherde (Foto:  Landschaftspflegeverband Westsachsen)

 

Mitte März haben sich alle Projektbeteiligten nördlich der A4 an der Grenze des Landkreises Zwickau und der Stadt Chemnitz getroffen. Die Mulcharbeiten waren anberaumt – Umsetzungsstart für ein Projekt, das seit langem vorbereitet und konzipiert wurde. Birken, Fichten und Brombeeren mussten einem Forstmulcher weichen. Zurück blieb eine kahle Fläche – der Beginn für etwas Neues.

Glücklicherweise gab es keine undurchdringliche Mulchauflage auf dem Boden, sondern gut in die Erde eingearbeitete Holzreste. Daher kann davon ausgegangen werden, dass sich die zukünftigen Weiden bald von selbst begrünen und die Flächen eine gute Futterquelle für Schafherden bieten. Diese sollen im Sommer zum ersten Mal unter den Stromleitungen entlang ziehen.

Seit Projektbeginn ist der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz ein wichtiger Partner, um die „Schafe unter den Strom“ zu bringen. Durch gute Zusammenarbeit und die Initiative des Unternehmens, das ökologische Schneisen-Management auf ihren Trassen zu fördern, kann nun der erste Projektabschnitt verwirklicht werden. In der Zwischenzeit sind auch weitere Partner dazugekommen. Die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH (MITNETZ STROM) betreibt Mittelspannungsleitungen im Landkreis und hat sich bereit erklärt, im Bereich „Kühler Morgen“ ebenfalls einen Teil einer Leitung zu mulchen und diese für eine Beweidung zur Verfügung zu stellen. Erfreulicherweise hat das Unternehmen auch einen Umweltfonds aktivieren können, sodass noch weitere Bereiche als Weide in Aussicht stehen.

Schafe unter Strom
Abb. 2: Viel Platz für neue Weidefläche, die direkt unter den Strommasten von 50Hertz und MITNETZ STROM entstehen soll (Foto: Landschaftspflegeverband Westsachsen)

Eine weitere Kooperation mit dem Gastrassenbetreiber ONTRAS Gastransport befindet sich im Aufbau. Die Gasleitungen verlaufen parallel zur A4 und bergen ein großes Potential, da mehrere Projektflächen miteinander verbunden werden könnten – sowohl im Sinne einer für Schafe und Schäfer stressfreien Beweidung, als auch im Sinne eines naturschutzfachlich funktionalen Biotopverbundes.

Um die durch die Beweidung verursachten Effekte zu erforschen, wird die TU Dresden in Zusammenarbeit mit dem Hellriegel Institut im Frühling 2021 mit einem Monitoring beginnen. Untersucht wird, wie sich die Vegetation entwickelt und welche Vögel und Insekten durch die Bewirtschaftungsänderung die Weideflächen besiedeln. Das Monitoring wird bis zum Projektende weiterlaufen und einen spannenden Einblick in die Entwicklung der Projektflächen ermöglichen.

Auf Weideflächen entwickeln sich mit der Zeit reich strukturierte Lebensräume, wovon bereits viele Arten profitieren. Besonders Offenlandarten wie die Heidelerche und der kleine Feuerfalter fühlen sich in den neu geschaffenen Biotopen wohl. Jedoch ist darüber hinaus eine Initiierung von zusätzlichen Habitaten für weitere Artengruppen empfehlenswert.  Bestandteil des Vorhabens sind daher ebenfalls Biotop-Einrichtungsmaßnahmen, um die Grundlage für eine größere Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten zu schaffen. Bei der Begehung des Geländes „Am Kühlen Morgen“ fiel ein kleiner Bachlauf auf, der sich durch das Projektgebiet schlängelt und von wertvollen Weidengebüschen umsäumt ist. Bachbegleitend sollen Teiche angelegt werden, die besonders Amphibien zu Gute kommen werden.

Abb. 3: Bachlauf und Heideflächen mit Potenzial auf den Trassen (Foto:  Landschaftspflegeverband Westsachsen)

Zudem wurden bei der Begehung Heidestrukturen entdeckt, die innerhalb des Projektes ein Zielbiotop darstellen. Die vorhandenen Heidebänder, deren Entwicklung wohl durch das wiederholte Mulchen gefördert wurde, sollen sich im Projektgebiet ausbreiten. Geplant ist daher, einige der Flächen abzuschieben, d.h. einen Teil des Oberbodens zu entfernen, um die Heide zu verjüngen. Durch die Schafbeweidung wird sie auch in Zukunft optimal gepflegt und stellt somit eine wertvolle Strukturbereicherung dar.

 Das Projekt „Schafe unter Strom“ wird öffentlichkeitswirksam begleitet, um die Bevölkerung zu informieren und weitere Unternehmen und Flächeneigentümer anzuregen, einen ökologischen Beitrag zu leisten. Dafür ist ein Logo mit hohem Wiedererkennungswert entstanden. Gerade werden ein Flyer und eine Webseite entwickelt, mit deren Hilfe sich Interessierte informieren können.

Im Projekt geht es nun auf die Suche nach weiteren Flächen im Landkreis Zwickau, um weitere vielfältige schützenswerte Lebensräume auf Basis des Biotopverbundkonzeptes miteinander zu vernetzen. Zu Beginn des Sommers wird eine Onlinetagung stattfinden, um Unternehmen, Naturschutzakteure und Interessierte zum Projekt und ähnlichen Vorhaben zu informieren. So kann die Bildung neuer Akteursnetzwerke angestoßen und ein reger Austausch ermöglicht werden. Wenn es die Umstände erlauben, wird es im Sommer außerdem eine Exkursion auf den Projektflächen geben.

Der Wildkatze auf der Spur – Rückkehr der leisen Samtpfoten

Das Verbreitungsgebiet der Europäischen Wildkatze (Felis silvestris silvestris) erstreckte sich noch bis ins späte 18. Jhdt. über ganz Europa. Durch Rodungen und Bejagung wurden die Bestände jedoch stark dezimiert. Nachdem sie zu Beginn des 20. Jhdt. fast als ausgestorben galt, breitet sie sich seit einigen Jahren wieder aus. Heute gibt es etwa 6.000 bis 8.000 der streng geschützten Art in Deutschland. Wildkatzen sind scheu und nachtaktiv. Sie durchstreifen unsere Wälder meist unbemerkt, weshalb wir Menschen sie nur sehr selten zu Gesicht bekommen.

Doch wie ist die Situation bei uns im Landkreis? Nach einem unsicheren Fotohinweis aus dem Jahr 2017 erfolgte 2020 die Bestätigung: Im Werdauer Wald sind Wildkatzen unterwegs und erobern ihr natürliches Habitat zurück. Die Naturschutzstation Gräfenmühle und der BUND Sachsen führten gemeinsam im Frühjahr 2020 ein Wildkatzenmonitoring mit Hilfe der Lockstockmethode durch. Von Januar bis April wurden Lockstöcke und Fotofallen ausgebracht und von WildkatzenbotschafterInnen des BUND sowie NaturschutzhelferInnen des Landkreises ehrenamtlich kontrolliert. Bei dieser Methode werden raue Holzlatten mit Baldrian besprüht. Wildkatzen fühlen sich vom Duft des Krautsaftes angezogen, reiben sich daran, hinterlassen Haare, die wiederum regelmäßig abgesammelt und im Labor untersucht werden. Mit Hilfe dieses genetischen Fingerabdrucks wird festgestellt, ob es sich bei den Proben jeweils um ein oder mehrere Individuen handelt und wie ihre Verwandtschaftsverhältnisse sind.

Durch Wildkameras gelang es Fotos und Videos von phänotypischen Wildkatzen aufzuzeichnen. Jedoch braucht es die Genetik, um einen eindeutigen Nachweis zu erbringen. Alle untersuchten Haarproben bestätigten, dass es sich um die Europäische Wildkatze aus der mitteldeutschen Population handelt. Die letzten Untersuchungen haben 2004 stattgefunden und keinen Nachweis erbracht. Die Wildkatzen müssen also erst kürzlich eingewandert sein. Der Nachweis ist eine kleine Sensation für den Landkreis, denn es handelt sich um den ersten Nachweis seit 170 Jahren. Bedauerlicherweise war das Genmaterial nicht ausreichend, um zu beurteilen, wie viele verschiedene Individuen durch den Wald streifen und ob es sich um Männchen oder Weibchen handelt. Daher wurde die Untersuchung im Frühjahr 2021 wiederholt und erweitert, um eine realistische Populationsgrößenabschätzung zu erhalten. Mit den Laborergebnissen ist allerdings erst ab Herbst 2021 zu rechnen.

Zufällig gelang im Jahr 2020 darüber hinaus auf der ca. 10 km Luftlinie entfernten Wismut-Fläche (IAA Helmsdorf) zwischen der Gräfenmühle und der Stadt Zwickau ein weiterer bestätigter Fotonachweis. Die Hinweise auf Wildkatzen aus anderen Regionen Sachsens, wie dem Vogtland, dem Westerzgebirge sowie aus den Landkreisen Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Bautzen lassen vermuten, dass auch in weiteren Bereichen des Freistaates günstige Lebensräume für diese Art existieren. Die hohen Erzgebirgslagen sowie die großen strukturarmen Ackerbaugebiete ausgenommen, scheint die Habitatausstattung in Sachsen grundsätzlich für Wildkatzen geeignet zu sein. Es besteht die Hoffnung auf weitere Zuwanderung aus Bayern, Thüringen oder Sachsen-Anhalt.

2017_Wildkatzenvorkommen

Den typischen Lebensraum einer Wildkatze in Mitteleuropa bilden die weitläufigen, unterholzreichen Waldgebiete der Mittelgebirge. Dort sind es vor allem Strukturen wie Totholzansammlungen, Wurzelteller, trockene Höhlen, Tierbaue oder Bodenmulden, Dickichte, Naturverjüngungen sowie alte Bunkeranlagen, welche als Ruhe-, Versteck- oder Wurfplätze genutzt werden. Dort, wo sich die Wildkatze wohlfühlt, sind die Bedingungen für viele andere Arten ebenfalls optimal. Zudem reagieren Wildkatzen sehr sensibel auf die Zerschneidung von Wäldern. Aus diesen Gründen ist sie eine Schirmart für den Biotopverbund und ein guter Indikator für den Grad der Vernetzung.

Das größte Problem für die Wildkatze ist heute die immer intensivere Nutzung der Landschaft. Straßen, Ortschaften und teils ausgeräumte Kulturlandschaften behindern die notwendigen Wanderungen. Der Tod im Straßenverkehr ist die mit Abstand häufigste Todesursache. So entstehen isolierte Teilpopulationen, in denen die genetische Vielfalt langfristig in Gefahr gerät. Die letzten Rückzugsgebiete liegen verstreut wie Inseln im Meer und die dort lebenden, vereinzelten Wildkatzenpopu­lationen sind oft sehr klein, sodass das Überleben der Wildkatze vielerorts in Deutschland trotz Aufwärtstrend langfristig noch nicht als gesichert angesehen werden kann.

 

Hintergrund:

Wild- oder Hauskatze

 Die europäische Wildkatze lebt seit knapp 200.000 Jahren in Europa – eine Ureinwohnerin sozusagen. Die Hauskatze hingegen hat afrikanische Wurzeln und stammt von der Falbkatze ab. Konkrete Hinweise auf eine Domestikation vor etwa 5.000 Jahren stammen aus Ägypten. Fuß fasste die Hauskatze in Europa mithilfe der Römer. Hauskatze und Wildkatze leben oft nebeneinander, weshalb eine Vermischung beider Arten nicht auszuschließen ist. Hybride treten in Deutschland  mit ca. 3% jedoch sehr selten auf.

Neben anatomischen Merkmalen, die oft nur im Labor untersucht werden können, sind Fellmerkmale wie Schwanzbänderung oder Genick- und Schulterstreifung die einzigen morphologischen Hinweise zur sicheren Trennung. Selbst Experten können aufgrund der optischen Erscheinung nicht immer sicher Auskunft geben, denn für eine eindeutige Bestimmung ist eine genetische Typisierung notwendig. Das augenfälligste Erkennungsmerkmal der Wildkatze ist wohl ihr breiter, buschiger Schwanz mit zwei bis drei schwarzen Ringen und einem schwarzen stumpfen Ende. Gegenüber häufig silbrig-grauen Hauskatzen haben Wildkatzen auch zumeist ein sehr verwaschenes grau-gelbes Fell. Junge Wildkatzen sehen wildfarbenen Hauskatzen jedoch zum Verwechseln ähnlich, da ihr Fell noch eine starke Bänderung aufweist und sich der charakteristische Schwanz noch nicht vollends ausgebildet hat.

  

Dem Einsiedler auf der Spur

Bisher konnten im Rahmen einer vom DVL Regionalbüro Westsachsen initiierten und vom Landschaftspflegeverband Westsachsen e.V. (LPV) beauftragten Kartierung (1) mehrere neue Fundpunkte des Eremiten (Osmoderma eremita) im nördlichen Landkreis Zwickau ausgemacht werden. Neue Nachweise wurden in den Gemeinden Neukirchen/Pl., Crimmitschau, Meerane, Schönberg, Oberwiera, Waldenburg und Limbach-Oberfrohna erbracht. Die Untersuchung wird 2021 fortgeführt.

Der Eremit ist vor allem in alten Obstbäumen, Kopfweiden und anderen Laubbäumen mit Mulmhöhlen zu finden. Die neuen Erfassungsdaten sind die Grundlage für die Beantragung von Vorhaben zur Pflege von Habitatbäumen, bzw. zur Pflanzung von Zukunftsbäumen. Diese Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherung von Lebensstätten und zum Biotopverbund für den Eremit sowie weitere gefährdete „Holzbewohner“ und fördern gleichzeitig eine vielfältige Kulturlandschaft in der auch weitere Insekten, Vögel und andere Tierarten ein zu Hause finden.

Karte mit Zwischenergebnissen der aktuellen B.2-Studie

Im Winterhalbjahr 2019/2020 wurden auf einer Streuobstwiese in Crimmitschau, OT Frankenhausen 85 Zukunftsbäume mit finanzieller Unterstützung der Sächsichen Landesstiftung für Natur und Umwelt (LaNU) gepflanzt.

Foto: Pflanzung von Zukunftsbäumen auf der Streuobstwiese Frankenhausen durch Mitarbeiter des LPV

 

Weitere Projekte zur Sanierung überalterter Streuobstwiesen sowie zur Pflanzung von Zukunftsbäumen im Bereich von Werdau, Crimmitschau und Meerane wurden bereits vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) bewilligt. 2021 wird in diesen Gemeinden die Pflanzung von ca. 150 Zukunftsbäumen erfolgen. Zudem obliegt dem LPV die Pflege von 550 alten Obstbäumen.  Die Umsetzung von praktischen Maßnahmen erfolgt aus Mitteln der Richtlinie Natürliches Erbe (RL NE 2014) und über den Naturschutzfonds der LaNU (2).

(1) Das Vorhaben „Studie zur Erfassung und Dokumentation von Artvorkommen des Eremiten im nördlichen Landkreis Zwickau“ wird umgesetzt über die Förderrichtlinie Natürliches Erbe – RL NE/2014, Fördergegenstand B.2 Studien zur Dokumentation von Artvorkommen.
Zuständig für die Durchführung der ELER-Förderung im Freistaat Sachsen ist das Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL), Referat Förderstrategie, ELER-Verwaltungsbehörde

(2) Gefördert durch den Naturschutzfonds der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt aus Mitteln der Ersatzzahlungen für Eingriffe in Natur und Landschaft im Naturraum Erzgebirgsvorland und Sächsisches Hügelland“

Startpaket Öffentlichkeitsarbeit

LEADER-Projekt

Die Kreisnaturschutzstation Gräfenmühle wird in den nächsten Jahren zur zentralen Anlaufstelle einer breiten Öffentlichkeit für Naturschutzfragen in der Region Zwickau ausgebaut und entwickelt. Unsere Kernthemen sind der Naturschutz und die Landschaftspflege, die Umweltbildung, das Ehrenamt und die Vernetzung von Akteuren.

Um die damit verbundenen Maßnahmen und Aktivitäten des Naturschutzes informationstechnisch zu bündeln und alle Zielgruppen mit entsprechenden Inhalten zu erreichen, anzusprechen und zu bilden, ist eine professionelle Umsetzung der Öffentlichkeitsarbeit unserer Einrichtung notwendig. Hierfür arbeiten wir derzeit gemeinsam mit einer Werbeagentur an dem LEADER-Projekt „Startpaket Öffentlichkeitsarbeit“. Durch das Fördervorhaben soll die Öffentlichkeitsarbeit der neuen Kreisnaturschutzstation Gräfenmühle in Trägerschaft des Landschaftspflegeverbandes „Westsachsen“ e.V. (in Kooperation mit dem Landkreis Zwickau) durch die folgenden Projektbausteine umfassend und professionell ausgebaut werden:

  • Logo für Internetauftritt, Präsentationen und Drucksachen
  • Imageflyer – Vorstellung der Kreisnaturschutzstation
  • Werbebanner, Werbeschild
  • Flyer zur Umweltbildung
  • Mobiler Infostand, Präsentationswand
  • Werbebanner, Poster
  • Roll ups
  • Beachflag, Kundenstopper
  • Aufbau einer neuen Internetseite

Erste Ergebnisse:

Laufzeit des Projektes:
25.01.2019 – 30.04.2021

Ansprechpartner:
René Albani
Telefon: 03762 75935 11
E-Mail: rene.albani@lpv-westsachsen.de

André Oehler
Telefon: 03762 75935 12
E-Mail: andre.oehler@lpv-westsachsen.de

 

Förderung:
Zuständig für die Durchführung der ELER-Förderung im Freistaat Sachsen ist das Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL), Referat Förderstrategie, ELER-Verwaltungsbehörde.

Werde ein Junger Naturwächter

Auf ins Abentuer Natur! …Mach auch du mit und werde ein Junger Naturwächter!

Dank eines Kooperationsprojektes mit den beiden LEADER-Regionen Schönburger Land und Zwickauer Land wird das Programm „Junge Naturwächter“ bald an 4 Standorten im Landkreis angeboten.

Interessierte aus Rödlitz, Kirchberg, Limbach-Oberfrohna, Neukirchen oder Zwickau und Umgebung – meldet euch unter der 03762 75935 14 oder junas@lpv-westsachsen.de.

Ansprechpartner: Jan Theumer

Aktueller Projektflyer:

Zuständig für die Durchführung der ELER-Förderung im Freistaat Sachsen ist das Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL), Referat Förderstrategie, ELER-Verwaltungsbehörde.

Weitere Informationen zum Projekt findet ihr hier!

Bienenwettbewerb im Landkreis Zwickau 2019/20

Nachdem 2018 der erste Bienenwettbewerb im Landkreis Zwickau erfolgreich stattfand und auch der erste Austauschkalender für 2019 über Cuba Sí an die kubanische Seite geschickt werden konnte, wurde bereits ab Mai 2019 die Fortsetzung angegangen. Durch den längeren Ausfalls eines Umweltbildners und Corona zog sich der zweite Wettbewerb etwas hin, konnte allerdings ebenfalls erfolgreich abgeschlossen werden.

Teilnehmer waren diesmal je eine Gruppe der Kindertagesstätte Rödlitz, des Horts der Kleistschule-Lichtenstein sowie Schülerinnen der 10. Klasse des Gymnasiums „Prof. Dr. Max Schneider“ in Lichtenstein. Jeweils wurde durch Tobias Rietzsch und Maximilian Fraulob wieder ein Projekttag zum Thema Bienen im Raum Lichtenstein durchgeführt. Dabei lernten die Kinder und Schüler teilweise spielerisch allerhand Interessantes zu den Themen (Wild-)Bienen, deren Bezug zur restlichen Natur, Imkern/Honig sowie zum indirekten Nutzen für uns Menschen (Stichwort Bestäubung). Auch ging es um damit verbundene Probleme durch Bienen- und Insektensterben sowie entsprechende Schutzmaßnahmen. Insgesamt nahmen ca. 75 Kinder an den Bienentagen teil. danach konnten die Kinder und Schüler, eigene künstlerische Beiträge anfertigen und anschließend zur Bewertung einreichen.

Insgesamt kamen so wieder ca. 25 Beiträge zusammen. Diese reichten von Bleistiftzeichnungen, Gemälden, Geschichten und einer kleinen Bienenbeute (10. Klasse) über gebastelte Dosenbienen (Hort) bis hin zu allerlei gemalten Bienenbildern (Kita). Diese wurden vom Team der Kreisnaturschutzstation begutachtet, wobei neun Beiträge für die Preisverleihung ausgewählt wurden. Es wurden jeweils ein dritter, zweiter und erster Platz in den Altersgruppen Vor-, Grund- und Oberschule vergeben.

Diese Preisverleihung fand am 21.07.2020 von 9:30-10:30 Uhr in Kindertagesstätte Rödlitz statt. Die Kreisnaturschutzstation als Gastgeber konnte neben ca. 40 Kindern auch Frau Streblow und Herrn Naderer begrüßen. Als Preise konnten z.B. ein Imkerbuch, ein Bienenhörbuch, ein Forscherkasten sowie eine Plüschbiene vergeben werden. Nicht prämierte Kinder bekamen eine Becherlupe als Trostpreise.

Nach dieser sehr gelungenen zweiten Runde wird es nächstes Jahr beim kommenden Projektdurchgang darum gehen, auch die 11.-12. Klassen zu erreichen. Außerdem soll ein intensiverer Austausch mit den kubanischen Akteuren und Teilnehmern erfolgen, vor allem durch Erfahrungsberichte und Durchführungsprotokolle, wobei für das Jahr 2022 ein Kalender mit ausgewählten Beiträgen aus beiden Ländern gestaltet werden soll. Mittel- bis langfristig ist auch an einen persönlichen Austausch in Form einer Sprach- bzw. Projektreise zu denken.

Alle Beiträge können voraussichtlich ab Ende August im Rahmen einer kleinen Ausstellung in der Naturschutzstation Rödlitztal bestaunt werden. Wie für 2019 wird es außerdem auch einen Kalender für 2021 mit den Beiträgen, Gewinnern und Teilnehmern des aktuellen Wettbewerbs geben.

 

¡Que vivan las abejas! – Es leben die Bienen!

Unser neuer Naturerlebniskalender für den Landkreis Zwickau ist da

 

Die Termine sind bis auf Weiteres aufgrund der Corona-Pandamie ausgesetzt. Wir informieren euch auf unserer Veranstaltungseite, wenn Veranstaltungen wieder stattfinden können. Wenn ihr direkt informiert werden möchtet meldet euch bei unserem Newsletter an: 
Newsletter Anmeldung.

Im Kalender findet ihr Termine zu Exkursionen, Vorträgen, Filmvorführungen und weiteren Veranstaltungen rund um Naturschutzthemen im Landkreis Zwickau.

Baustellenbericht Gräfenmühle

Anfang März hat der Nordflügel der Gräfenmühle neue Holzfenster erhalten. Die wunderschönen denkmalgerechten Fenster aus Lärchenholz wurden von der Tischlerei Ralf Ahner aus Heukewalde gefertigt. In dem seit Jahrzehnten leerstehenden Gebäude wurde damit ein wichtiges Zwischenziel bei dem Erhalt des denkmalgeschützten ehemaligen Wohn- und Stallgebäudes erreicht – die Sicherung der Gebäudehülle. Neben der Erneuerung der Fenster, wurden im letzten Jahr bereits umfangreiche Zimmermanns- und Dachdeckerarbeiten sowie Lehmbauarbeiten abgeschlossen.

Die Innensanierung sowie die Sanierung der zweiten Gebäudehälfte mit Pferdestall und Scheune soll in den kommenden Jahren erfolgen. In dem Gebäudekomplex werden zukünftig die Vereinsräume, Büroräume, eine Holzwerkstatt, eine Umweltbildungsbiblothek sowie ein größerer Veranstaltungsraum mit Gallerie in der Scheune ihren Platz finden.

Fotos vom Nordflügel vor der Sanierung:

und während, bzw. nach der Sanierung:

Die Maßnahme wird anteilig aus Mitteln des Mauerfonds gefördert. Ausreichung der Mittel erfolgt über das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen.

Schmetterlingswiesenprojekt – Macht mit!

Schmetterlinge und andere Insekten sind selten geworden, manche Arten in Sachsen bereits stark bedroht oder gar ausgestorben. Wir Menschen haben uns daran gewöhnt, mit moderner Technik und Chemie der Landschaft und Natur in unserer Nähe zu Leibe zu rücken, auch in Städten und Dörfern. Motorsägen, Rasenmäher, Laubbläser und -sauger sowie Pestizide und Dünger kommen doch recht oft zum Einsatz. Geschäftig wird die Umwelt in vermeintliche Ordnung gebracht, zum existentiellen Nachteil vieler Arten, auch der Schmetterlinge.

Aber es kann an manchen Stellen auch anders gehen: Im Projekt „Puppenstuben gesucht – Blühende Wiesen für Sachsens Schmetterlinge“ geht es einerseits um die Vermittlung, wie Schmetterlinge und andere Insekten  leben und andererseits darum, wie man Wiesen so pflegen kann, dass sie ein Lebensraum für Tagfalter und andere Insekten werden können. So kann jeder etwas für den Erhalt unserer heimischen Artenvielfalt bei sich vor Ort beitragen. Solche Blühwiesen sind der Ausgangspunkt vieler Nahrungsketten: Von den Pflanzen über die Insekten zu den Vögeln und schließlich bis zum Menschen.

Schmetterlingswiese mit einem reichen Blütenangebot in Langenbernsdorf, Foto: Albani

Jeder kann sich an diesem Projekt beteiligen, in dem die Pflege für eine Wiese im siedlungsnahen Raum übernommen und die dabei gesammelten Erfahrungen optional  auf der Projekt-Homepage eingebracht werden. Die Wiese kann mit einem entsprechenden Projektschild kenntlich gemacht werden.

Parallel dazu ist „Sachsen blüht“ eine Initiative des Sächsischen Landtages (gemäß Beschluss des Sächsischen Landtages zum Doppelhaushalt2019/2020). Die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU) stellt im Rahmen des Projekts auf Antrag kostenlos gebietseigenes zertifiziertes Saatgut für geeignete Blühflächen (Lage im Siedlungsbereich oder Ortsrand) mit einer Größe zwischen 1000 und 2000 m² zur Verfügung.

Das standortgerechte Saatgut dient demnach der Entwicklung blütenreicher Wiesen durch Neuanlage, aber auch die Aufwertung von Flächen ist möglich. Diese Flächen sollen dann langfristig insektenfreundlich bewirtschaftet werden (Teilflächenmahd, Verzicht auf Dünge- und Pflanzenschutzmittel etc.). Denn nur dann können sie als Lebensraum für viele Insektenarten dienen und darüber hinaus die Biotopvernetzung vor Ort fördern.

Am Landkreis Zwickau konnten auf Bestrebung des LPV Westsachsen und der Kreisnaturschutzstation sowie ihrer Partner seit 2017 offiziell bereits ca. 20 Schmetterlingswiesen auf insgesamt ca. 10.000 m2 angelegt und insektenfreundlich bewirtschaftet werden. Auch zahlreiche Schul-, Kita- und Hortgruppen waren dabei in Aktion (s. auch Amtsblatt 12/2018). Außerdem findet einmal jährlich der „Tag der offenen Schmetterlingswiese“ statt. Dabei geht es darum, die ganz eigene Welt artenreicher Blühwiesen mit allen Sinnen zu erleben und zu erkunden.

Unterlagen für die Teilnahme am Projekt können Sie unter folgender Adresse abrufen: http://www.graefenmuehle.de/initiative-sachsen-blueht/

Gerne beraten wir euch auch zum Thema Schmetterlingswiesen, zur Finanzierung wie zur Anlage bei euch vor Ort.

Hintergrund:

Tiere und Pflanzen im und am heimischen Garten

Naturgarten mit hohem Blütenreichtum, Porse

Gärten stellen wohl den unmittelbarsten Direkt-Bezug zur Natur für uns Menschen her, liegen sie doch meist nur wenige Meter von der eigenen Haustür entfernt. Dabei sind Gärten oftmals das beste Beispiel für das Prinzip „Schutz durch Nutzung“.

Gärten können natürlich auf unterschiedlichste Weise angelegt, gepflegt und genutzt werden. Die Spanne reicht vom kleinen Schrebergarten, der hauptsächlich dem Gemüse- und Obstanbau dient, über mittelgroße Gärten zur Erholung an Eigenheimen bis hin zu großen Stadtgärten und –parks, beispielsweise in Form englischer Landschaftsgärten aus dem 18-19 Jahrhundert, die der breiten Öffentlichkeit für verschiedene Freizeitaktivitäten zu Verfügung stehen.

Dabei braucht natürlich jede Gartenform ihr eigenes Maß an Pflege und sorgt damit auch für ihre ganz eigene Tier- und Pflanzenwelt.

So sind bei entsprechendem Blütenreichtum in kleineren Gärten vor allem Wirbellose wie Wildbienen und Schmetterling unterwegs. Auch Spinnen weben ihr Netz gerne an  Lauben oder Gartenzäunen. Mittelgroße Gärten bieten bei entsprechenden Strukturen (Nistkästen, Reisig-, Kompost- oder Steinhaufen, Hecken) vor allem Singvögeln wie Hausrotschwanz, Sperling und Kohlmeise sowie Kleinsäuger wie Igel und Spitzmaus, aber auch Zauneidechsen einen Lebensraum.

In großen Gärten und Parks mit entsprechend altem Baumbestand mit großen Mulmhöhlen sind neben Fledermäusen und Eulen auch seltene Käfer wie der Eremit zu Hause.

Ein naturnaher Garten hat nichts mit Urwald zu tun, denn bei ausbleibender Pflege würden auch die entsprechenden Arten verschwinden, da sie sich mit der Zeit an unser Tun angepasst haben. Natürlich ist aber auf der anderen Seite vom „englischen Rasen“ oder gar dem „Garten“ aus Steinschotter nicht viel Leben zu erwarten. Es gilt wie bei allem die goldene Mitte zwischen gärtnerischer Ordnung und naturnaher Wildheit zu finden (s. auch Amtsblatt 12/2019).

 

 

Vielfalt anpacken!

Unter diesem Motto konnte der Landschaftspflegeverband Westsachsen e. V. zur heutigen Pflanzung einer 600 Meter langen, mehrreihigen Feldhecke aus einheimischen Strauch- und Baumarten in Kuhschnappel bei Hohenstein Ernstthal 35 Helferinnen und Helfer begrüßen. Bei bestem Vorfrühlingswetter waren alle hoch motiviert und das Ergebnis am Nachmittag war beeindruckend.

Die Vernetzung von Lebensräumen ist besonders wichtig, u. a. um Ausbreitung und Genaustausch von Individuen zu befördern und zugleich die Anpassung an den Klimawandel zu erleichtern.

Danke an die zahlreichen LebensraumverbesserInnen!
Euer Team der Naturschutzstation Gräfenmühle