Strahlender Sonnenschein, neugierige Kinder und jede Menge spannende Entdeckungen: Beim diesjährigen Tag der Jungen Naturwächter (JuNa-Tag) am Samstag, 26. September 2026, wurde das Historische Dorf in Zwickau zum Treffpunkt für junge Naturforscherinnen und Naturforscher. Rund 70 Kinder und Jugendliche, ihre Familien, geladene Gäste und Kooperationspartner kamen zusammen, um die Natur zu erkunden, Neues zu lernen und gemeinsam aktiv zum Naturschutz beizutragen. Die Begeisterung war groß – und auch die Eltern zeigten sich zufrieden mit der gelungenen Veranstaltung.
Zum Auftakt begrüßte Landrat Carsten Michaelis, Schirmherr der Veranstaltung, die Jungen Naturwächterinnen aus den fünf Gruppen in Zwickau, Limbach-Oberfrohna, Neukirchen/Pleiße, Rödlitz und Weißbach. Anschließend überreichte er den Förderbescheid für das LEADER-Projekt „Neue Naturwächter*innen im Landkreis Zwickau“ (NeuNa) an René Albani, Geschäftsführer des LPV Westsachsen, an die Regionalmanagerinnen der LEADER-Regionen Zukunftsregion Zwickau und Schönburger Land, Isabel Schauer und Dr. Kersten Kruse sowie an Eleanor Kassubek, die den Bescheid stellvertretend für die Jungen Naturwächter*innen im Landkreis entgegennahm.
Der JuNa-Tag bot allen Teilnehmenden Gelegenheit, ihr Wissen zu vertiefen, Erfahrungen auszutauschen und zu zeigen, wie viel Freude praktischer Naturschutz machen kann.
Mit allen Sinnen die Natur entdecken
An vier abwechslungsreichen Stationen konnten die Kinder und Jugendlichen unterschiedliche Lebensräume erforschen und selbst aktiv werden. An der Gewässerstation, betreut von NeuNa-Mitarbeiterin Miriam Werner und Naturschutzhelferin Birgit Müller, untersuchten sie Wasserproben und bestimmten kleine wirbellose Wassertiere, das sogenannte Makrozoobenthos, das ein wichtiger Indikator für die Gewässerqualität ist. Dabei lernten sie, wie empfindlich aquatische Lebensräume sind und welche Hinweise ihre Bewohner auf den Zustand eines Baches oder Flusses geben.
An der Bodenstation wurde es kreativ: Aus Erde ihrer jeweiligen Heimatorte stellten die JuNas unter Anleitung von Sarah Böhm, Naturpädagogin und Mitarbeiterin der unteren Naturschutzbehörde (uNB) des Landkreises, Naturfarben her, mit denen sie gemeinsam eine Karte des Landkreises Zwickau gestalteten.
An der Luftstation fertigten sie unter fachkundiger Anleitung von Naturschutzhelfer Stefan Schürer Nisthilfen für Wildbienen an und gestalteten diese ganz nach eigenem Geschmack. Diese konnten sie anschließend mit nach Hause nehmen und leisten dort einen kleinen Beitrag zum Schutz der nützlichen Bestäuber.
Auch die Wiesenstation hatte einiges zu bieten: Die Kinder verarbeiteten gemeinsam mit Bäckermeister Daniel Maas heimische Wildpflanzen wie Brennnesseln und Giersch zu Wildkräuterrahmfladen, die später im Pizzaofen des Historischen Dorfes vom ehrenamtlichen Unterstützer Volker Martin frisch gebacken wurden und das leckere Mitbringbüfett der JuNa-Eltern bereicherten.
Eine Baumaktion macht Naturprozesse erlebbar
Ein besonderer Anziehungspunkt war die gemeinsame Baumaktion, an der sich nahezu alle Anwesenden beteiligten. Anschaulich und mit viel Engagement beschäftigten sie sich dabei mit den Vorgängen rund um den Baum: Sie „schlürften“ Wasser, produzierten Zucker und kämpften gegen Borkenkäfer an. Die Aktion machte auf spielerische und zugleich eindrucksvolle Weise deutlich, wie komplex natürliche Prozesse sind, wie Bäume funktionieren, welche Aufgabe die einzelnen Teile des Baumes übernehmen und welchen Herausforderungen Bäume gegenüberstehen. Die große Beteiligung zeigte, wie gut sich praktisches Erleben und Wissensvermittlung verbinden lassen.
Während die jungen Naturwächter an den Stationen forschten und werkelten, machten sich Eltern, Gäste und Kooperationspartner auf zu einer naturkundlichen Führung entlang der Zwickauer Mulde, betreut von Naturschutzhelfer Karl-Heinz Thuß. Im Anschluss konnten sie sich bei Vorträgen von Manja Clemen, Naturschutzhelferin und Vorsitzende der BUND-Ortsgruppe Paradiesgrund, über das Leben in Fließgewässern und von Peggy Stöckigt, JuNa-Koordinatorin im Landkreis Zwickau, über das LEADER-Projekt „Neue Naturwächter*innen“ informieren. Viele Eltern bedankten sich für die gelungene Veranstaltung, die fachliche Inhalte, gemeinschaftliches Erleben und Spaß miteinander verband.
Nachwuchs für den Naturschutz stärken
„Seit Programmstart haben wir mit dem Programm allein im Landkreis Zwickau knapp 200 Kinder und Jugendliche erreicht“, berichtet Peggy Stöckigt, JuNa-Koordinatorin beim Landschaftspflegeverband (LPV) Westsachsen. Der JuNa-Tag machte deutlich, wie wichtig solche Angebote sind, um junge Menschen frühzeitig für Natur und Umwelt zu begeistern.
Seit 2020 entstehen im Landkreis Zwickau durch das Programm „Junge Naturwächter Sachsen“ Strukturen für eine regelmäßige außerschulische Umweltbildung. Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 18 Jahren lernen in Arbeitsgemeinschaften, bei Praxiseinsätzen und in Artenforschercamps Tiere, Pflanzen, Pilze und ihre Lebensräume kennen. Unterstützt werden sie dabei von Fachleuten aus der Naturschutzpraxis.
Mit dem LEADER-Projekt „Neue Naturwächter*innen im Landkreis Zwickau“ soll dieses Engagement weiter gestärkt werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Austausch zwischen den Generationen: Im Rahmen eines Mentoring-Programms sollen künftig naturschutzinteressierte Erwachsene ihr Wissen an junge Menschen weitergeben, damit wertvolle Erfahrungen und Kenntnisse über die heimische Natur erhalten bleiben.
Das sachsenweite Programm wird von der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU) koordiniert. In Sachsen engagieren sich rund 800 Kinder und Jugendliche in mehr als 80 Naturschutz-Arbeitsgemeinschaften. Im Landkreis Zwickau koordiniert der LPV Westsachsen e. V., Träger der Kreisnaturschutzstation Gräfenmühle, das Programm gemeinsam mit Partnern an fünf Standorten.
Der JuNa-Tag im Historischen Dorf hat gezeigt, wie viel Begeisterung, Neugier und Tatkraft in den jungen Naturwächterinnen und Naturwächtern steckt. spannenden Mitmachangeboten und vielen gemeinsamen Erlebnissen wurde Naturschutz nicht nur erklärt, sondern unmittelbar erfahrbar – eine gute Grundlage dafür, dass aus neugierigen Kindern engagierte Naturschützer von morgen werden.
Wir danken Anja Bausch, Diakonie Westsachsen, und Andreas Jacob, Verein Alter Gasometer, als Betreiber des Historischen Dorfes für die tatkräftige Unterstützung und die Möglichkeit, unseren JuNa-Tag an diesem schönen Ort veranstalten zu können.
Der JuNa-Tag wurde mit finanzieller Unterstützung der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU) durchgeführt.
Informationen zu aktuellen JuNa- und NeuNa-Angeboten im Landkreis Zwickau auf unserer Website: www.graefenmuehle.de/juna
Mehr Informationen zum sachsenweiten Programm gibt es auf der zentralen sachsenweiten JuNa-Website: www.jungenaturwaechter.de












