Sie spinnen Netze, lauern auf Beute, springen blitzschnell und sind wahre Meister der Anpassung: Spinnen sind faszinierende Tiere – und genau das konnten sieben Jugendliche ab zwölf Jahren beim Artenforscher*innencamp „Faszinierende Spinnen“ hautnah erleben.
Vier Tage lang drehte sich im Naturschutzzentrum Erzgebirge alles um die geheimnisvolle Welt der Webspinnen. Dabei ging es nicht nur darum, spannende Arten kennenzulernen, sondern auch darum, selbst zu beobachten, zu bestimmen und Tiere fachgerecht zu untersuchen. Gleich zu Beginn entwickelten die Teilnehmenden gemeinsam mit JuNa-Koordinatorin und Campleiterin Peggy Stöckigt Regeln für ein respektvolles Miteinander und schufen damit die Grundlage für eine gute Campgemeinschaft.
Dann wurde es wissenschaftlich: Mit Mikroskop und Bestimmungsschlüssel und angeleitet vom Spinnenexperten Maximilian Schweiger machten sich die jungen Forscher*innen auf die Suche nach den Merkmalen verschiedener Spinnenfamilien. Wie viele Augen hat eine Spinne und wie sind sie angeordnet? Welche Rolle spielen Haare, Beine und Spinnwarzen? Und woran lässt sich eine Art anhand ihrer Körperzeichnung oder ihres Netzes erkennen? Schritt für Schritt lernten die Jugendlichen, genau hinzusehen und Spinnen sogar bis auf Artniveau zu bestimmen.
Besonders spannend wurde es draußen: Gemeinsam mit dem Spinnenexperten ging es auf Exkursion in die Umgebung des Naturschutzzentrums. Mit Kescher, Klopfschirm und vorsichtigem Handfang wurden Spinnen aufgespürt und näher untersucht. Dabei erfuhren die Jugendlichen, wie unterschiedlich die Tiere an ihre Lebensräume angepasst sind, wo sie sich verstecken und mit welchen Strategien sie ihre Beute fangen. Selbstverständlich erfolgte der Fang immer unter Beachtung der naturschutzrechtlichen Vorgaben und mit größter Sorgfalt gegenüber den Tieren.
Doch Spinnen können nicht nur erforscht, sondern auch kreativ dargestellt werden: In Gruppen entstanden drei naturgetreue Spinnenmodelle aus Pappmaché. Die Wahl fiel auf die Rustikale Wolfspinne, den Rindenstreckspringer und die Große Hauswinkelspinne. Neben dem Basteln recherchierten die Jugendlichen auch spannende Informationen zur Lebensweise „ihrer“ Art. Unterstützt wurden die Jugendlichen dabei von der Naturpädagogin Sarah Böhm und der NeuNa-Mitarbeiterin Miriam Werner.
Zum krönenden Abschluss präsentierten sie ihre Kunstwerke bei einem Rundgang für Eltern, Großeltern und Geschwister. Mit sichtlichem Stolz stellten sie ihre Spinnen vor, erzählten von deren besonderen Fähigkeiten und beantworteten die vielen Fragen ihrer Familien.
Auch abseits von Mikroskop und Exkursion kam der Spaß nicht zu kurz: Grillabend, Nacht-Exkursion, Lagerfeuer mit Stockbrot, Gesellschaftsspiele und sportliche Aktivitäten sorgten für gemeinsame Erlebnisse und eine lebendige Campgemeinschaft.
So verband das Artenforscher*innencamp Naturwissenschaft, Kreativität und Gemeinschaft – und zeigte einmal mehr, dass es in der Natur unglaublich viel zu entdecken gibt, wenn man nur genau hinschaut.
Das JuNa-Artenforscher*innen-Camp wurde mit finanzieller Unterstützung der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU) und personeller Unterstützung aus dem EU-geförderten LEADER-Projekt „Neue Naturwächter*innen im Landkreis Zwickau“ (NeuNa) durchgeführt.
Interessierte Jugendliche aufgepasst: Das nächste JuNa-Artenforscher*innen-Camp ist für August 2027 geplant. Und bis dahin sehen wir uns hoffentlich zu einem unserer Praxiseinsätze! Für aktuelle Termine folgt uns auf Instagram oder schaut auf unsere Website: www.graefenmuehle.de/juna
Mehr Informationen zum sachsenweiten Programm gibt es auf der zentralen sachsenweiten JuNa-Website: www.jungenaturwaechter.de












